Sonntag, 25. Januar 2015

Fundstücke


Fundstück 1: Extra ungiftig

Als Schüler habe ich mich immer gefragt, warum auf den Packungen mit der Schulkreide stand, die Kreide sei 'giftfrei'. Natürlich war mir irgendwann klar, dass es wohl irgendeiner gesetzlichen Regelung geschuldet war. Abgefahren fand ich das aber schon. Ab einem gewissen Alter dachte ich, wenn ich das sah: Ist es nicht irgendwie selbstverständlich, dass ein Gegenstand, den Leute täglich in die bloße Hand nehmen und mit denen auch kleine Kinder in Kontakt geraten können, ungiftig ist? Tut es also Not, das eigens hervorzuheben? Gibt es vielleicht irgendwo auch giftige Kreide zu kaufen? Vor ein paar Tagen kam mir nach Ewigkeiten mal wieder eine Packung Kreide in die Quere, und siehe da, einige Dinge ändern sich eben nie:

Samstag, 24. Januar 2015

Einer weniger auf Achse


Zuweilen ist es, wie ich finde, äußerst wichtig, sich mit Standpunkten und Meinungen auseinanderzusetzen, die einem so gar nicht in den Kram passen. Einer Freundin, die in einer Band singt, gab in ihren Anfangszeiten ein Produzent einmal einen Stapel CDs mit, damit sie ihren musikalischen Horizont erweitere. Als sie protestierte und sagte, diesen Soul-/R'n'B-/HipHop-Kram höre sie sich bestimmt nicht an, meinte er: Hör mal, wenn du professionelle Musikerin werden willst, solltest du auch eine Menge Musik hören, die dir überhaupt nicht gefällt. Wie willst du jemals von dir behaupten, dich auszukennen, wenn du dir immer nur die Sachen antust, die du magst? Dem gibt ich bis heute wenig hinzuzufügen, denke ich.

Mittwoch, 21. Januar 2015

Unerwartet und traditionell muffig


Eigentlich ist das Leben zu kurz und zu kostbar, um es damit zu vergeuden, sich unnötig mit Leuten abzugeben, die meinen, ein wenig Rassismus verleihe dem grauen Alltag erst die rechte Würze und weil schließlich nicht alles schlecht gewesen sei, täte uns allen auch eine Prise Nationalismus und Faschismus wieder ganz gut. Ich hatte ja feierlich erklärt, mit dem Thema Pegida durch zu sein, sofern nichts Unerwartetes geschieht. Nun, es ist etwas Unerwartetes geschehen.

Was ist passiert? Bin ich in mich gegangen und habe meine Meinung revidiert? Nö, wieso? Bekanntlich ist etwas, das aussieht, schwimmt und schnattert wie eine Ente, höchstwahrscheinlich auch eine Ente.

Montag, 19. Januar 2015

Nominiert ist...


... Jan 'Chewbacca' Fleischhauer!

Nicht nur, weil es böse Buben gibt, die anderen nach dem Leben trachten, sondern auch, weil Menschen bekanntlich verschieden ticken, hat man‘s als Innenpolitiker nicht leicht in diesen schlimmen Zeiten. Da gibt es die, die sich andauernd von irgendwas bedroht fühlen, gern jedes Risiko nach Möglichkeit ausschließen würden und deswegen kein Problem mit immer noch schärferen Sicherheitsvorkehrungen hätten. Und es gibt welche, die das alles nicht anficht und die nach dem alten rheinländischen Motto "Et kütt wie et kütt!", durchs Leben gehen. Wie bekommt man das unter einen Hut?

Mittwoch, 14. Januar 2015

Gruselig, Google!



Dienstag Abend auf 3sat hängen geblieben: 'Mademoiselle Chambon' von Stéphane Brizé. In der Hauptrolle die herbschöne, sphinxhafte Sandrine Kiberlain. Einer dieser schönen, stillen, unaufgeregten, poetischen, dabei hoch spannenden Filme mit diesem ganz speziellen, fast magischen Touch, wie ihn nach wie vor nur die Franzosen hinbekommen. ("So so, mal wieder typisch! Anderen immer schön Differenzierung predigen und selbst solche apodiktischen Klopper raushauen. Doppelmoral oder was? Haben wir gerne!" - "Schnauze! Hier geht es um Kunst und meine ganz persönliche Wahrnehmung davon. Da darf das.")

Sonntag, 11. Januar 2015

Skandal in Sachsen!


Kaum zwei Wochen ist das Jahr alt, schon hat es seinen ersten handfesten Skandal! Das haben jedenfalls die Investigativ-Genies jenes Verlages herausgefunden, dessen Name hier aus Gründen der intellektuellen Hygiene nicht genannt werden soll. Was ist geschehen? Hat sich die sächsische Staatsregierung, das haben sie knallhart recherchiert, doch tatsächlich erfrecht, Steuergelder zu veruntreuen, um einseitig Propaganda gegen harmlose, patriotische Bürger zu machen. (Wie voll harmlos die sind, lässt sich übrigens hier nachlesen. Ich will nicht unnötig pauschalisieren, aber heißt es nicht immer so schön, der Fisch stönke vom Kopfe her?)

Donnerstag, 8. Januar 2015

Dienstag, 6. Januar 2015

Schwäbische Wirtschaftskompetenz


Zwei Dinge lassen sich am Beispiel des Umgangs mit Griechenland momentan sehr schön studieren: Erstens, dass autoritär-paternalistische Prinzipienreiterei nicht nur über die Maßen dämlich ist, sondern auch absolut nichts bringt. Und zweitens, dass jene Fähigkeit, die gemeinhin mit der Modeblähvokabel 'Wirtschaftskompetenz' betrötet wird und die man hierzulande glaubt, mit Schöpfkellen gefressen zu haben, sich tatsächlich ungefähr auf Klippschulniveau bewegt. Und das sage ich als betriebs- wie volkswirtschaftlich kompletter Laie. Wahrlich, es ist weit gekommen!