Sonntag, 12. März 2017

Ronny des Monats - März 2017


Zweite Woche des Monats - Zeit für die allmonatliche Ronny-Verleihung. Tja, wo soll man anfangen dieses Mal? Vielleicht mit der Meldung, dass eine große Liebe wohl erkaltet ist. Jürgen Elsässer, Herausgeber des Nicht-Lügen-Magazins 'Compact', war ja ganz vernarrt in Frauke Petry, saftelte vor einem Jahr gar: "Ihre Mundwinkel besuchen die Ohren, kräuseln sich am Ende, ihre Augen blitzen schelmisch, ihr Kinn hebt sich mit verhaltener Arroganz – wer denkt da nicht an Audrey Hepburn in Frühstück bei Tiffany?" (wurde schon beobachtet, wie Ms. Hepburn sich im Grabe umgedreht hat?). Hui, wem da nicht die Hose aufgeht.

Und, was macht sie, die schelmisch blitzende Kurzhaarfrisur? Verklagt ihren Förderer und Verehrer schnöde! Weil er es irgendwie nicht so dolle fand, dass sie maßgeblich das Ausschlussverfahren gegen den originellen Parteitheoretiker Höcke betrieben haben soll. Wo sie gerade letzterem doch so nett zur Seite gestanden hat. So was! Man hole das Popcorn und stelle das Bier kalt.

Oder soll man erwähnen, dass Ronny & Co. im Osten der Republik mittlerweile ein echter Wirtschaftsfaktor sind, weil die das mit den No-go-areas einfach besser draufhaben als Genosse Migrant? Ich meine, was ist schon so ein popliges Duisburg-Marxloh oder Berlin-Neukölln gegen eine richtig National Befreite Zone in der Neufünfland-Provinz?

Wie dem auch sei, die Auswahl war wie immer groß und am Ende mussten fünf übrig bleiben. Die sind's:

Platz 5: Gold und Silber lieb ich sehr...
Dass man niemandem wünschen sollte, jemals auf das System Hartz IV angewiesen zu sein, ist eine Sache. Dass diese unterhaltsamen Reichsbürger immer seltener eine Gelegenheit auslassen, sich öffentlich zum Obst zu machen, eine andere. So klagte ein 45jähriger Leipziger zunächst mit Erfolg gegen Leistungskürzungen des des für ihn zuständigen Jobcenters. So weit, so gut. Dann aber outete er sich als Reichsbürger und klagte eine Wiedergutmachung von mehreren Hunderttausend Euro ein, zahlbar in (Fein-) Gold und Silber. "Seine Vorwürfe und Behauptungen begründete [er] mit Quellen aus Geschichte, Politik, Philosophie, Religion, Literatur sowie dem deutschen und internationalen Recht." Und das war der Moment, in dem ich Mitleid bekam mit dem Richter, der sich das Geschwalle wahrscheinlich über Stunden anhören musste. Und, ich gestehe es, ein klein wenig sogar mit dem zuständigen Fallmanager.

"Deutsche Mädels sind die besten / das kann jeder gerne testen" (Jürgen Milski)

Platz 4: Springer und der Sexmob von Frankfurt
Wann immer Geschichten die Runde machen über nordafrikanische Horden, die organisiert über blonde deutsche Frauen herfallen, dann schwingt immer mit: Anständige Deutsche machen so was nicht. Nun ja, außerhalb einschlägiger Partymeilen vielleicht. Aber auch da habe ich so meine Zweifel. Wie dem auch sei, das Narrativ von der bedrohten Ehre 'unserer' Frauen, mit dem auch Leute, die Frauen am liebsten Heim, Kinder und Herd hüten sehen, den Frauenrechtler in sich herauskehren können, scheint so irre verführerisch, dass auch die selbsternannte Qualitätspresse drauf anspringt. Und so geschah es, dass aus weniger als nichts ein ausgewachsener Silvester-Massenexzess in der Frankfurter Fressgass' wurde. Dumm nur, dass außer den Springerschreibern niemand etwas davon bemerkt zu haben scheint. Und natürlich waren wieder der Araber und der Nordafrikaner schuld. So wie ein anständiger Deutscher ja auch niemals mit der Axt auf jemanden losgehen würde. Sind ja keine Wilden.

Platz 3: Früh übt sich...   
… was ein rechter Elitenfuzzi werden will. Christoph Leonhardt von der Schüler Union Leipzig besteht darauf, die Abschiebung eines aus dem Kosovo stammenden, gut integrierten Mitschülers zwar nicht aktiv zu betreiben, findet aber, die Beschlüsse der Behörden seien unwidersprochen hinzunehmen. Wahrscheinlich befindet sich Leonhardt formaljuristisch sogar im Recht, will ich gar nicht bestreiten, nur passt diese kaltherzige Art, in der da einer meint, es werde wohl völlig zu recht abgeschoben, so perfekt zum Konterfei dieses gegelten Schnullis, in dessen Leben es wohl noch nie wirklich ernst war, dass man das erst für einen Fake a'la BWL-Justus halten möchte. Andererseits: Irgendwo müssen sie schließlich herkommen, diese komplett empathiefreien Sesselpuper und Staatsknechte, die mit dem Verweis auf geltende Gesetze ohne jedes Hinterfragen jede Verordnung exekutieren und sich jedes Humanitätsgedusel verbitten.

Platz 2: Die üblichen Brutalitäten und Widerlichkeiten
Sechs betrunkene Deutsche jagen Libyer durch den Hauptbahnhof.
Alter schützt vor Strafe nicht.
Alkohol auch nicht.
Und, nein, Frausein auch nicht.
Neuer Rekord bei Angriffen auf Flüchtlingseinrichtungen

Platz 1: Keine Modellbahn für Migranten
Okay, der Typ namens Heinz-Günter, der den Betreibern des 'Miniatur Wunderland' in Hamburg einen Hassbrief hat zukommen lassen, weil selbige sich erfrecht haben, sozial Schwachen, darunter auch Flüchtlingen, im Januar freien Eintritt zu gewähren, tut körperlich niemandem weh und richtet vermutlich auch sonst keinen größeren Schaden an. Aber genau solche piesepömpligen, kleinbürgerlichen Arschgesichter können, wenn sie zu zahlreich werden, einen fruchtbaren Humus für weit Schlimmeres bilden. Außerdem kann ich solche Typen auf den Tod nicht ab. Leute, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun scheinen, als die Welt darauf abzuscannen, ob irgendwo irgendwer unberechtigterweise etwas umsonst bekommen könnte, dabei aber immer nur die auf dem Kieker haben, die schwächer sind als sie, gehören für mich zum Hassenswertesten, was die Evolution bislang hervorgebracht hat. Daher Platz 1.


Übrigens, Heinzi: Es heißt Syrer und nicht 'Syrier'. Nicht dafür!


Und auch im März 2017 gilt es, einen Ehrenronny zu verleihen. Der geht an:

Die politische Vereinigung 'Der Dritte Weg'

Für ihren erfolgversprechenden Versuch, sich selbst ins finanzielle Nirwana zu katapultieren.

Natürlich sollte man nicht den verlockenden wie fatalen Fehler machen, die rechte Szene als reine Deppenveranstaltung abzutun. Doch kann man nicht umhin zu konstatieren, dass propagandistische Eigentore durchaus eine gewisse Tradition haben in diesen Kreisen. Für nicht wenige Leute aus diesem Milieu ist die Welt ja ganz einfach: Alles Undeutsche abschieben, bis die Germanen hier weitgehend wieder unter sich sind, und der selige Urzustand der Menschheit ist erreicht. Dummerweise nähren diverse Auftritte und Teile der Öffentlichkeitsarbeit rechter Recken immer wieder ernste Zweifel daran, ob wirklich nur integrationsunwillige Migranten Schuld sind an der Bildungsmisere. So kam die Intellektuellenvereinigung NPD jetzt mit folgender origineller Forderung um die Ecke:

(via jetzt.de)
Und so was jammert über 'Umvolkung'... Vielleicht doch nicht so blöd, die Aktion. Denn Reisen bildet bekanntlich. Nun, diese Saubermänner haben, wie gesagt, Übung in so was. So forderten sie schon vor ein paar Jahren, Kinderschänder errrbarrrmuungslos der Todesstrafe zuzuführen. Leider ignorierten diese Evolutionsbremsen dabei geflissentlich, dass sie damit ihren eigenen Laden wohl ziemlich dezimiert hätten.


Und so was wirft Linken ein Leben in Traumwelten vor... Aber lassen wir das. Aktuell tut sich ein anderer Denkerzirkel namens 'Der Dritte Weg' mit der entzückenden Aktion hervor, Politikern, Gewerkschaftern, Journalisten, Rechtsextremismus-Experten und anderem undeutschen Gelichter Postkarten zukommen zu lassen, auf denen sie den Adressaten eine Reise nach Afrika anbieten. Auf der Rückseite ist anzukreuzen, ob sie lieber per Schiff, Flugzeug oder zu Fuß aufbrechen wollen.

Auch der Olper Stadtrat Kai Bitzer (Grüne) hat so eine Karte bekommen. Im Gegensatz zu vielen anderen nahm er die Absender beim Wort, kreuzte 'Schiff' an und macht sich nun, nachdem er nichts mehr gehört hat von der Sache, daran, seine Reise einzuklagen. Juristisch scheint das Neuland zu sein, doch kann man nur viel Erfolg wünschen und hoffen, dass im Falle eines Erfolgs noch viele Empfänger es ihm gleichtun werden. Merke: Auch Spaßguerilla-Aktionen wollen halbwegs durchdacht sein, sollen sie nicht nach hinten losgehen. Und so was hält sich für die genetische Elite der Menschheit...



Kommentare :

  1. Ah, macht Der Dritte Weg das Kraft-durch-Freude-Fass wieder auf? Da wünsche ich Herrn Bitzer viel Erfolg und viele Nachahmer.

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    1. In der Tat. Würd mich aber nicht wundern, wenn Kreuzfahrten a'la KdF-Dampfer bald wieder zum lohnenden Geschäftsmodell würden...

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  2. Ach je, diese Kreuzfahrten gibt es doch schon lange – all diese schwimmenden Kajütenburgen sind doch nix anderes als eben KdF 2.0 ;-) So etwa wie der zubetonierte Teil der Küstenlinie von Mallorca, auf etliche KdF 2.0-Schiffe verteilt
    (wobei hier KdF bedeutet: Kreuzfahrt durch Freihandel ;-))

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  3. Die "Nationalromantiker des 3. Weges" sind geschichtsvergessene Kameraden. Das bevorzugte Reisemittel jener Zeit waren Eisenbahn-Viehwaggons. Wenn das der Führer noch hätte erleben müssen...

    Eine Frage an die Jury. Der Jahresronny wird doch nur deshalb nicht mehr verliehen, weil er seit 2005 in Merkels Vitrine steht, oder?

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