Dienstag, 28. November 2017

Bald ist Weihnachten


Und da galt es früher immer, an die eingemauerten Brüder und Schwestern in der Sowjetzone zu denken. Betraf mich mangels Verwandten drüben jetzt nicht so. Weil es aber die Zeit war, in der schon Anführungszeichen ein politisches Statement sein konnten, bekam ich sehr wohl mit, dass die konservative Hälfte der Erwachsenen einen andauernd dazu bringen wollte, in der Vorweihnachtszeit Kerzen ins Fenster zu stellen. Oder Pakete zu verschicken.

via sokrates-digital.de

(Erwähnte ich übrigens schon, dass ich 'mildtätig' für eines der gruseligeren Wörter des deutschen Sprachraums halte?)

Weniger mildtätig ging es bei der Firma Genex zu. Da ging's um Devisenbeschaffung. Bei Genex konnten Westbürger diverse Waren erwerben und direkt an ihre Verwandten in der Zone verschicken lassen. Es handelte sich übrigens größtenteils um Waren aus DDR-Produktion, die aber für Bewohner der DDR nur schwer zu bekommen waren. Mithilfe von Genex und Westverwandtschaft ließ sich das umgehen, wenn ich das Prinzip als Westler redcht verstanden habe. (Viel mehr, die volle Ladung gleichsam, gibt's bei vongestern.)

(vongestern.com)

Umgekehrt gab es natürlich auch für Wessis die Möglichkeit, günstige Konsumgüter aus DDR-Produktion zu erwerben. Besonders beliebt waren Kameras und Fotozubehör, Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte und Möbel. Solche Veranstaltungen firmierten unter Bezeichungen wie Neckermann, Quelle, Otto und Ikea.




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