Donnerstag, 30. November 2017

Das Böse auf unseren Feldern


Von Zeit zu Zeit, wenn alle sich total einig sind und es ganz irre kuschelig wird und alles im Prinzip gaaanz einfach ist, finde ich das suspekt und bin dagegen. Dass ich damit mitunter Leute vor den Kopf stoße, ist mir bewusst, nehme ich aber in Kauf. Keine Ahnung, ob's bloß sehr spätjuvenile Lust am Abweichlertum ist. Zwar habe auch ich meine Roten Linien, meine aber, dass simples Schwarzweißdenken der Aufklärung niemals dienlich ist und alle gegen einen niemanden weiterbringt, egal wo. Und dann muss es auch mal stauben. Ich halte das aus. Das war damals bei Böhmermann so, das war kürzlich in der Causa Jebsen der Fall. Wenn Menschen einem nichtssagenden Modepüppchen, das einen schlimmen Song aufgenommen hat, deswegen Mord und sexuelle Gewalt androhen, vermag ich auf der Stelle zum glühenden Fan der Dame zu mutieren. Aus Prinzip. Es muss schon gegen eine Arschgeige von hohen Graden gehen, wenn ich einen Shitstorm begrüße.

Im Moment, da sind sich ja alle einig, ist Glyphosat das Böse. Der Teufel. Ein chemischer Kampfstoff. Macht Krebs, meuchelt kleine Kinder und süße Kätzchen. Und Monsanto, der multinationale Monsterhersteller der Giftbrühe, spielt so skrupel- wie gnadenlos mit dem Leben von Millionen Menschen, um sich die Taschen vollzuladen. Typisch Kapitalistenarsch eben. Monsanto, das ist der Gottseibeiuns, so was wie das Imperium bei 'Star Wars', der Nazi im B-Movie, der Clown in der Stephen-King-Verfilmung. Und Noch-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) ist Monsantos Schoßhund. Hat die Giftbrühe im Alleingang durchgewinkt. Kriegt dafür wahrscheinlich täglich fette Schecks in alle Körperöffnungen geschoben. Kann gar nicht anders sein. Hätte Schmidt verfügt, dass Inhaber von China-Restaurants ab sofort Hundefleisch auf die Karte nehmen, Cocktailbars Zyankali an Kleinkinder ausschenken dürfen und Weihnachten dieses Jahr ausfällt, der Aufschrei hätte nicht größer sein können.

"I'm only happy when it's complicated" (Garbage)

Das alles wurde irgendwann so abgefahren, dass ich auch das verdächtig zu finden begann. (Man bedenke: Sogar die AfD will Glyphosat verbieten.) Daher habe ich als biologischer und agronomischer Laie einmal versucht, mir ein Bild zu machen. Klar, bin kein Fachmann, aber das Thema geht uns alle an. Und natürlich steht im Zweifel jede wissenschaftliche Studie im Verdacht, interessengeleitet, daher gefinkelt, gekauft oder sonstwie manipuliert zu sein. Das gilt aber auch für anderslautende Studien, die einem genehm sind. So kommt mir meist zu kurz, dass auch Organisationen, die sich für scheinbar edle Ziele engagieren, etwa NGOs, deswegen nicht automatisch glaubwürdiger sind. Im Gegenteil, gerade NGOs sind meist völlig von Finanziers abhängig und agieren in Puncto Propaganda und Manipulation oft ähnlich geschickt wie multinationale Konzerne.

Zur Lektüre habe ich folgendes herangezogen:

Glyphosat ist vergleichsweise harmlos.
Die Debatte um Glyphosat ist auch ein Hersteller-Streit.

Zu Risiken und Nebenwirkungen
WHO-/UN-Studie zum Krebsrisiko
Was noch alles Krebs macht
Nichts ist nur gut. Und nichts nur schlecht.
Alternativen zu Glyphosat sind nicht zwingend besser.

Also, was hat es nun auf sich mit dem Zeugs? Wenn ich das richtig verstanden habe, lässt sich unterm Strich in etwa bilanzieren: Natürlich kann und muss man streiten, wie industriell Landwirtschaft sein soll bzw. sein sollte und ob stetige Ertragssteigerungen wirklich sinnvoll sind. Der Lärm um Glyphosat scheint eher ein Ventil zu sein für unser Unbehagen am Umgang mit der Natur, eine Chiffre für das, was an industrialisierter Landwirtschaft falsch ist bzw. uns falsch vorkommt. Diese Probleme wären jedoch keineswegs gelöst, wenn Christian Schmidt die Zulassung nicht erteilt hätte.



Für alle, denen die Lektüre der verlinkten Artikel zu aufwändig ist, als Service ein kleines Digest:

Glyphosat gibt es seit den 1950ern und es wird seit über 40 Jahren als Herbizid eingesetzt. Nach allem, was man weiß, ist es zwar nicht ratsam, ein Glas davon pur zu trinken, doch sind toxische Wirkungen bei sachgemäßer Anwendung so gut wie ausgeschlossen. Im Biolandbau werden unter anderem Kupfersulfatverbindungen als Pestizide eingesetzt, die um ein Vielfaches giftiger sind. Ferner sollte man Glyphosat bzw. glyphosathaltige Herbizide unterscheiden von Substanzen wie etwa Agent Orange, das die US Army in Vietnam versprüht hat. Dass das wirklich ein Teufelszeug ist, das tödlich ist bzw. nicht nur beim Menschen erhebliche Spätfolgen hervorruft und daher völlig zu recht verboten ist, bestreitet seit Jahrzehnten niemand mehr (obwohl der Hersteller damit dicke Gewinne gemacht hat und es noch kein Internet gab).

Glyphosat wird ausgebracht, um Äcker zur Aussaat vorzubereiten, also von unerwünschten Pflanzen ('Unkraut') zu befreien. Zum einen, weil diese wild wachsenden Pflanzen dem Boden Nährstoffe entziehen, die zuvor per Düngung mühsam in den Boden eingebracht werden mussten, die den erwünschten Pflanzen dann fehlen. Zum anderen bilden wild wachsende Pflanzen während der Wachstumsphase des ausgesäten Getreides eine Wachstumskonkurrenz. Beides kann Erträge erheblich mindern. Natürlich gibt es Alternativen. Früher, als Landwirtschaft kleinteilig war und Familiensache, wurde das Unkraut in wochenlanger Arbeit gegen Gotteslohn von Hand entfernt. Mag sich jeder ausrechnen, wie wirtschaftlich das heute wäre. Wo keine oder kaum Herbizide eingesetzt werden dürfen, etwa im Biolandbau, pflügt man die unerwünschten Pflanzen meist unter. Das ist allerdings schlecht fürs Klima und auch für die Erträge. Und geringere Erträge bedeuten höheren Flächenbedarf.

Man kann durchaus sagen, Glyphosat hat in der Vergangenheit dazu beigetragen, dass Landwirtschaft in Gegenden der Welt ertragreich und damit rentabel betrieben werden kann, in denen das zuvor nicht möglich war.

Dann wäre da die Rolle der Firma Monsanto, die in der Vorstellungswelt einiger ja die gesamte EU-Kommission quasi gekauft hat und nach ihrer Pfeife tanzen lässt. Es ist korrekt, dass Monsanto das Präparat als erstes patentieren ließ und damit unter dem Markennamen Roundup entsprechende Gewinne gemacht hat. Die Patente sind aber seit Jahrzehnten abgelaufen, sodass Monsanto wegen Billigkonkurrenz aus Fernost mit Glyphosat kaum noch fette Gewinne macht. Roundup ist längst ein Brot- und Butter-Geschäft. Es wird immer noch gern in Privathaushalten eingesetzt, um Terrassen und Garageneinfahrten von unerwünschtem Grün freizuhalten. Kein Witz, fragen Sie Ihren freundlichen Fachverkäufer im Baumarkt.

Monsanto ist aber vor allem ein Saatguthersteller. Kritik gab es, weil Monsanto gentechnisch verändertes Saatgut unter dem Markennamen Roundup Ready verkauft. Aus diesem Saatgut gezogene Pflanzen sind resistent gegen Glyphosat, wodurch auch nach der Aussaat weitergespritzt werden kann, was die Erträge noch einmal erhöht. Es konnte aber nicht nachgewiesen werden, dass sich dadurch nennenswerte Mengen in den Pflanzen anreichern. Den Ärger gab es vor allem, weil Monsanto vorgeworfen wurde, Kleinbauern Knebelverträge aufzudrücken, in denen sie verpflichtet wurden, ausschließlich Roundup zusammen mit Roundup-Ready-Saatgut als Paket abzunehmen und kein anderes Saatgut mehr zu verwenden. Dieses Geschäftsmodell spielt in Europa jedoch keine Rolle, weil glyphosatresistene Pflanzen in der EU verboten sind.

Ob das Zeugs krebserregend ist? Nun ja, ein Kommentator unter einem Artikel in der 'Zeit' meinte sehr schön: "Glyphosat wird seit über 40 Jahre[n] verwendet. Und die Menschheit ist noch immer nicht durch 'Krebs' ausgestorben, sie vermehrt sich sogar rapide, insbesondere in den Ländern, wo das meiste Glyphosat im Lebensmittel landet. Man könnte sogar sagen, Glyphosat scheint [die] Manneskraft zu fördern." Die WHO jedenfalls scheint kein größeres Problem zu sehen. Ist natürlich von Monsanto gekauft Klar, was sonst? Man sollte aber schon bedenken, dass es um dieselbe WHO geht, die seit Jahrzehnten einen zähen Kampf gegen die ebenfalls sehr einflussreiche, hochgradig vernetzte und solvente Tabakindustrie führt. Es scheint also schlimmeres und dringenderes zu geben.

Schließlich die Frage, ob Glyphosat mitverantwortlich ist für den seit einigen Jahren zu beobachtenden, dramatischen Rückgang von Insektenpopulationen. Auch auf Insekten konnte keine toxische Wirkung nachgewiesen werden. Die konnten allerdings nachgewiesen werden für die als Pestizide weit verbreiteten Neonicotionide. Der Einsatz von Glyphosat leistet allerdings einer Industrialisierung der Landwirtschaft Vorschub und damit immer größeren Monokulturen, in denen es wiederum weniger Lebensraum für Insekten gibt. Wenn Glyphosat einen Anteil am großen Insektensterben hat, dann also allenfalls einen indirekten.

(Mal eine Frage an alle Besserqualifizierten: Wenn die Insektenpopulationen so zurückgehen, dann müssten diejenigen aller Tierarten, die sich von Insekten ernähren, also vornehmlich Vögel, Amphibien und Kleinsäuger, doch in ähnlichem Maße zurückgehen, oder? Gibt es da belastbare Daten?)

So, und jetzt dürfen mir gern alle vorrechnen, wieson ich ein ignorantes, naives, von der Industrie gekauftes bzw. manipuliertes Schlafschaf bin.


tl;dr: Es gibt höchstwahrscheinlich keinen Grund, den Untergang des Abendlandes auszurufen, weil Noch-Landwirtschaftsminister Schmidt, dessen Anhänger ich nicht bin, eine Entscheidung getroffen hat.







Kommentare :

  1. "Wenn die Insektenpopulationen so zurückgehen, dann müssten diejenigen aller Tierarten, die sich von Insekten ernähren, also vornehmlich Vögel, Amphibien und Kleinsäuger, doch in ähnlichem Maße zurückgehen, oder? Gibt es da belastbare Daten?)"

    Die gleiche Frage habe ich mir auch schon gestellt.

    Jedenfalls weis ich noch von früher, dass die Windschutzscheibe nach ein paar hundert Kilometern Autobahnfahrt übersäht war von 'Fliegendreck'. Das ist definitiv heute nicht mehr so.

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    1. Zum Thema Insektensterben gibt es Weiterführendes hier:
      https://www.salonkolumnisten.com/nun-spruehen-sie-wieder/

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  2. Oralverkehr soll auch kanzerogen sein – und nun?

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  3. Agrochemie, da prallen schwarz und weiß aufeinander. soweit ich weis ist round up das im Moment einzige zugelassene Totalherbizid, deswegen wird der Druck der Hersteller gar nicht so groß gewesen sein, die Landwirtschaft braucht solche Mittel. Zum Insekten Rückgang: laut LBV Bayern wird zwar ein deutlicher Rückgang an Singvögeln beobachtet, aber es gibt keine wissenschaftlichen Studien dazu. Der Rückgang der Nahrung kann ein Punkt sein, aber es spielen viele andere Faktoren mit, wie immer. Wie gesagt schwarz und weiß gibts nicht. Übrigens der Artikel ist völlig ok so, so ein kompliziertes Thema läßt sich nicht mit like/dislike abhandeln da spielen viel zu viele Faktoren mit die einen Blog Kommentar völlig sprengen.
    Grüße

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  4. Ja da gibt es wohl belastbare Daten. Selbst die Bundesregierung kann das nicht leugnen, wenn man denn nur mal etwas genauer nachfragt.
    https://www.nabu.de/news/2017/05/22397.html

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    1. Sorry habe ich im Kommentar oben blöd ausgedrückt, war ja schon spät gestern. Der Herr vom LBV verneinte das Vorhandensein von wiss. Studien die explizit den Zusammenhang zwischen Insektenrückgang und Rückgang der Vogelpopulation untersuchen.Daß den Vögeln massiv der Lebensraum ausgeht kan wohl wirklich keiner mehr bestreiten.
      Grüße

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  5. Das ist leider etwas zu kurz gedacht... Mein Vater ist mit Leib und Seele Imker und hat Gott sei Dank im Flug-Umkreis der Bienen von etwa 3 km keine aktiv betriebene Landwirtschaft und somit auch keine Verluste von Völkern. Aber genau das ist das Problem vieler seiner Imkerkollegen, die nahezu jedes Jahr enorme Reduzierungen ihrer Völker (finanziell) verkraften müssen. Sein Imkerpate hat letzten Winter 80% seiner Völker verloren. Die Varroamilbe haben alle Imker inzwischen im Griff, was auch immer wieder gern als Argument der Bayer/Monsanto-Lobbyisten vorgeschoben wird. Die Neonikotinoide sind ein Nervengift für die Biene und wenn diese gerade in den Morgenstunden nach einem "frisch" gespritztem Feld auf den Blättern oder Blüten landet, um Wasser aufzunehmen, dann ist eben auch immer ein Anteil dieses Nervengifts dabei und die Biene verliert ihre Orientierung und findet nicht mehr zurück zum Stock. Der Imker wundert sich dann, dass es immer weniger Bienen werden, oder die völlig geschwächten Völker den Winter nicht überstehen. Das Zitat: "Stirbt die Biene, stirbt auch der Mensch" ist leider nicht aus der Luft gegriffen, sondern bittere Realität, denn die Biene übernimmt bis zu 80% der Bestäubungsleistung. Und wenn nach der Biene nicht bald kleine Chinesen mit noch kleineren Pinseln die Blüten bestäuben, wächst dann auch nichts mehr an Bäumen und Sträuchern...

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  6. Der Kronzeuge; "Glyphosat wird seit über 40 Jahre[n] verwendet. "Und die Menschheit ist noch immer nicht durch 'Krebs' ausgestorben, sie vermehrt sich sogar rapide, insbesondere in den Ländern, wo das meiste Glyphosat im Lebensmittel landet. Man könnte sogar sagen, Glyphosat scheint [die] Manneskraft zu fördern."

    Atomenergie hat die Menschheit auch nicht ausgerottet, der Klimawandel auch nicht und Autoabgase erst recht nicht. Belege gibt es stets reichlich für beide Positionen. Nanotechnologie in Lebensmitteln und in der Kosmetikindustrie ist auch ein solches Thema genauso wie lange UV-Strahlenexposition wg. Vitamin D-Mangel (Tour de France-Profis landen später alle in den Wartezimern der Hautärzte wg. Hautkarzinomen).

    Im Zweifel über das Risiko einer von der Industrie entwickelten Technologie gegen den Fall der Profitrate sollte der Geist erst mal in der Flasche bleiben. Viele große Probleme auf dieser Welt gibt es nur, weil alles Machbare auch einfach gemacht wurde, ohne die Bevölkerung zu fragen.

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  7. Bei DDT haben auch noch alle lange einen Zusammenhang zwischen Tiersterben,Einlagerung von Giftstoffen am Ende der Nahrungskette(Mensch) geleugnet.Bis heute ist in fast jeden Menschen immer noch Spuren von DDT zu finden.Ich denke unsere noch ungeborenen Kinder werden den gleichen Spass an Glykosat haben,wie wir an DDT^^

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  8. Mich erinnert das immer an die Verfilmung des Klassikers; "Die Frauen von Stepford", von Ira Levin. (Das Original mit Katharine Ross, nicht das dämliche Remake mit Nicole Kidman). Die Schlussfrage der verzweifelten Frau ohne Option vor der Würgeschlinge ihres robotischen Doubles, welches ihren Platz einnehmen wird; - "Warum?" Und die zynische Antwort des Oberhäuptlings der Ingenieure; "Weil wir es können".
    Was nicht alleinig den Film ausmachte. Es ging auch um die Realisierung der Imagination der Realität durch sich selber. Die Revolution der Betrachtungsweise, - die vorher das, was ist, als Vorlage dafür betrachtet hatte, es imaginieren zu können, - zur Umkehrung der Macht der Imagination, die Realität selbst formen zu dürfen. (Ist wie mit den Moped-Fahrern. Die albern hohen Lenker an den Dinger, gibt's erst seit easy-rider)

    Unser Problem ist; zwischen dem Insektensterben und den Argumenten die dafür und dagegen sprechen, wird es genauso viel Nebel geben, wie die Klimadebatte deshalb bereits zweimal grandios gescheitert ist. Nicht deshalb, weil es den Klimawandel gibt oder nicht gibt, sondern weil die Instrumentalisierung der Beweislage, - immer, egal von welcher Seite, - größer war, wie der Wille es beweisen zu wollen bzw. auch zu können. (Was real auch recht teuer wäre) Der Nutzen für Menschen außerhalb der Instrumentalisierer dieser Stichprobenmentalität für Auwahlmeinungsbildner, - ist natürlich fraglich. Möglicherweise, - sind wir dabei ja auch alle gefragt.

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  9. "Und geringere Erträge bedeuten höheren Flächenbedarf."

    In Europa, der Kornkammer der Welt, sind bereits 20% der Anbaufläche erodiert, auf Nimmerwiedersehen. Grund ist, daß viele Landwirte schlicht zu blöd zum richtigen Pflügen sind, auch die Auslaugung von Böden spielt eine Rolle. Im Bioanbau sind solche Probleme nicht bekannt.

    Ergänzung zum Kommentar von Mollbert:

    1)
    2)
    3)

    Mag sein, daß G. nicht entscheidend ist, aber es ist Teil einer insgesamt extrem destruktiven Landwirtschaft.

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  10. Korrektur.
    Statt Link 1) war eigentlich dieser hier gemeint.

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  11. Auch beim lesen dieser diskussion habe ich den eindruck, daß glyphosat, welches momentan wieder in aller munde ist, bei den meisten eher eine diffuse angst hinterläßt: Jeder hat etwas vom vogelsterben, insektensterben und bienensterben gehört und kennt dieses gift, das »alles« leben zerstört.

    Aber ist das eigentlich wirklich so?

    Glyphosat wird von pflanzen wenn es aufgesprüht wurde, durch das chlorophyll aufgenommen und stört den stoffwechsel der pflanze wodurch diese abstirbt. Bei tierischen organismen wirkt dieser mechanismus nicht, weshalb es, wenn man keine pflanze ist, relativ harmlos ist.

    Neonikotinoide oder DDT auf die gleiche ebene zu stellen, ist unsinn. Man sollte herbizide und insektizide substanzen von einander unterscheiden. Völlig andere wirkung.

    Ornithologie ist meine leidenschaft, seit ich gucken kann. Ja, wahrscheinlich werden bestimmte arten leider aussterben. Aber kaum wegen der anwendung von glyphosat.

    Beispiel ortolan. Kleiner, unauffälliger vogel, den außer feinschmeckern kaum einer kennt. In Brandenburg wird viel getan, um seine brutgebiete zu erhalten. Was nützt es, wenn die vögel anderswo als delikatesse dermaßen viel geld bringen, daß man die strafen für den fang nicht scheut?

    Nein glyphosat ist bestimmt nicht schuld am raubbau an der natur.

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  12. @Mechthild Mühlstein
    Es besteht ein Unterschied darin, ob ich die Frage stelle; "Ist das wirklich so", - oder sage "Nein glyphosat ist bestimmt nicht schuld am Raubbau an der Natur".
    Ist das wirklich so? Wir alle haben Leidenschaften, wir alle haben einen Schuhkarton. Aus dem bewerten wir die Welt, exakt aus dem Winkel bis zu den Wänden davon. Ich denke, das ist zu wenig. Man kann es natürlich auch moderieren. Glyphosat ist bestimmt nicht alleine schuld am Raubbau an der Natur. Irgendjemand, stellt das Zeug ja auch her und irgendjemand benutzt es auch. Dabei kann man sich in den Details verirren, oder sich die Frage stellen warum das so ist. Da sieht's dann allerdings erst recht dürftig aus.

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  13. Ich bin jetzt kein Anhänger der neoliberalen Blätter, - und vielleicht ist es auch ein bisschen böse, - aber gerade deshalb und besonders wenn man es mal als Pamphlet gegen den Wettbewerb betrachtet, finde ich, haben die Tatzen doch ausnahmsweise mal ins Grüne getroffen.
    http://www.taz.de/Nach-neuer-EU-Zulassung-des-Pestizids/!5464754/
    Äquivalent dazu, könnte man sich auch über Milch unterhalten.

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  14. Lieber Eb, danke für die belehrung,

    warum bist Du eigengtlich nicht landwirt geworden, wo Du doch so viel besser beischeid weißt als die?

    Ich kann Dir sagen, warum ich zum glück nicht bäuerin bin: dieser krug ist dank industrieller landwirtschaft an mir vorbeigegangen.

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  15. @Mechthild Mühlstein.
    Es als Belehrung zu verstehen, finde ich daneben. Auch weiß ich nicht besser Bescheid als die. (Wen immer du gerade damit meinst) Ich verstand es als Anreiz, (auch für mich), die Dinge auch mal wieder außerhalb ihrer Pragmatik zu sehen, denn oft liegt da einfach der Grund dafür. Was die Bäuerin betrifft,- ich weiß nicht mehr so wirklich wie ich da trennen soll, - also zwischen Bäuerin und industrieller Landwirtschaft, - meine ich.

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